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   Das Herz des Piraten

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Strafen für Schmuggler und Piraten

Jessika ist entsetzt. William erzählt, ihm habe schon als zwölfjährigem Jungen der Galgen gedroht, weil er geschmuggelt habe. Übertreibt da William? Leider nicht. Das 17. Jahrhundert war in England, aber nicht nur dort, eine sehr derbe Zeit. Übrigens war das in den Jahrhunderten vorher auch nicht besser. Im Mittelalter sollen sogar Tiere für Schaden, den sie anrichteten, bestraft worden sein. Das Zeitalter, in dem William lebte, nennt man heute Absolutismus. In dieser Zeit wurden die Strafen öffentlich verhängt und sie waren so grausam, dass man sie nicht weiter ausmalen sollte. Kamen Piraten an den Galgen, so war das so, wie wenn heute Tausende Menschen zu einem Fußballspiel gehen: Es war ein öffentlich Fest. Man war damals, was die Höhe der Strafe anging, wenig zimperlich. Für leichtere Verbrechen wurde jemand in Gefängnis gesteckt oder er kam an den Pranger, wurde ausgepeitscht oder in die Kolonie verschickt. So jemand hatte beispielsweise als Bäcker Brötchen verkauft, die zu wenig wogen, aber dafür den normalen Preis verlangt. Im Jahr 1689 gab es in England fünfzig Verbrechen, die mit der Todesstrafe geahndet wurden, im Jahr 1820 hundertsechzig solcher Vergehen. Solche Verbrechen waren zum Beispiel: Mord, Verrat, Brandstiftung, Seeräuberei, Schmuggel, Einbruch, Diebstahl, Baumfällen in einer Allee oder einem Park, Ausschicken eines Drohbriefes oder Kaninchenjagd.

 

Das Bild zeigt einen Pranger. Der Pranger wurde meist an einem öffentlichen Platz ausgestellt. Jeder, der vorüberging, konnte dann den Verurteilten in seiner Lage sehen.  Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass das sehr schlimm gewesen sein mus